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Verlustangst, Auswirkung auf deine Beziehung und was du tun kannst.

  • Autorenbild: Manuela Wildt
    Manuela Wildt
  • 20. Aug. 2023
  • 16 Min. Lesezeit

Emotionen sind ganz natürlich in unserem Leben. Sie können uns inspirieren, tragen und verbinden. Aber sie können auch Schattenseiten in uns hervorrufen. Eine solche Emotion ist die Verlustangst. Sie wirkt sich auf unsere Beziehungen, Gedanken und unsere Handlungen aus. Manchmal so heftig, dass wir völlig aus der Balance geraten und nicht mehr wie sonst handeln können. In diesem Blogartikel tauchen wir in die Welt der Verlustangst ein. Es geht in diesem Artikel darum, herauszufinden, was Verlustangst überhaupt ist, wo diese ihren Ursprung hat und was dir bei der Bewältigung der Angst helfen kann.


Was ist Verlustangst?


Verlustangst ist eine emotionale Reaktion auf die Vorstellung oder das tatsächliche Erleben von Verlust eines geliebten Menschen. Diese Angst löst großes Unbehagen aus und beeinflusst das Verhalten und die Beziehung einer Person. Dabei kann Verlustangst verschieden stark sein, von einer alltäglichen Befürchtung bis hin zu irrationalem Verhalten.

Verlustangst ist tief im Menschen verwurzelt, und hat durchaus einmal seine Berechtigung gehabt, in der Steinzeit war man ohne seine Sippe aufgeschmissen. Auch Babys sind ohne jemanden, der sich um sie kümmert, nicht lebensfähig. Aus diesem Grund ist sie lange Zeit Teil unserer Überlebensstrategie gewesen.


Verlustangst kann vielfältige Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden, auf die Beziehungen und das Verhalten einer Person haben. Die Ursprünge der Verlustangst sind oft in den frühen Entwicklungsstadien der Kindheit zu finden.


Mögliche Ursachen der Verlustangst


Die Ursachen für Verlustangst können vielfältig sein. Oft gibt es nicht das Ereignis, das eine Verlustangst auslöst. Vielmehr ist es oft eine Kombination aus individuellen Erfahrungen, psychologischen und sozialen Faktoren. Zum Beispiel kann ein Mangel an emotionaler Sicherheit oder unvorhergesehene Trennungen in der Kindheit dazu führen, dass eine Person im Erwachsenenalter verstärkt an Verlustangst leidet


Bindungserfahrungen in der früher Kindheit


Frühe Bindungserfahrungen spielen eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung von Verlustangst. Die Art und Weise, wie eine Person in der Kindheit Bindungen zu ihren Betreuungspersonen entwickelt, kann einen erheblichen Einfluss auf die Verlustangst im späteren Leben haben. Wenn eine sichere Bindung nicht etabliert wurde oder wenn es zu wiederholten Trennungen oder Vernachlässigung kam, kann dies zu einer erhöhten Verletzlichkeit gegenüber Verlustangst führen. Die Erfahrungen in den ersten Lebensjahren legen den Grundstein für die Art und Weise, wie eine Person zukünftige Beziehungen und Trennungen wahrnimmt.

Kinder, die eine unsicher-vermeidende Bindung erfahren, können später dazu neigen, ihre emotionalen Bedürfnisse zu unterdrücken und in Abhängigkeit zu geraten.

Oder dass sie ihre Verlustangst minimieren, indem sie sich von Beziehungen distanzieren, es fällt dann schwer, enge Beziehungen zu pflegen und Verluste angemessen zu verarbeiten.

Kinder mit einer unsicher-ambivalenten Bindung könnten Schwierigkeiten haben, mit Trennungen umzugehen. Sie können starke Ängste in Bezug auf den Verlust ihrer Bezugspersonen entwickeln, die sich durch Klammern und Angst in sozialen Situationen ausdrücken können.

Diese Arten der Bindung können zu erhöhter Verlustangst führen, da Kinder gelernt haben, dass ihre Bindungen unzuverlässig sein könnten.


Wichtig ist, dass frühe Bindungserfahrungen und daraus resultierende Verlustangst nicht in Stein gemeißelt sind, durch Selbstreflektion, Selbstfürsorge und professionelle Hilfe, zum Beispiel durch Coaching, kann man Strategien entwickeln, um die Verlustangst loszulassen.


Traumatische Ereignisse


Das Erleben von traumatischen Ereignissen wie dem Tod eines geliebten Menschen, Trennungen, Unfällen oder schweren Verlusten kann Verlustangst auslösen oder verstärken.

Traumatische Ereignisse können einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung und Verschärfung von Verlustangst haben.

Beispiele:


Direkter Verlust


Das Erleben des tatsächlichen Verlusts eines geliebten Menschen durch Tod, Trennung oder andere Umstände kann eine tiefe Verlustangst auslösen. Die schmerzhafte Erfahrung des Verlustes kann dazu führen, dass Menschen in der Zukunft intensivere Sorgen um zukünftige Verluste entwickeln.


Trennungen


Traumatische Trennungen in der Kindheit, wie der Verlust oder die Trennung von Eltern oder anderen wichtigen Bezugspersonen, können Verlustangst im späteren Leben auslösen. Diese Ereignisse können das Vertrauen in Bindungen erschüttern und eine erhöhte Sensibilität gegenüber Trennungen schaffen


Unvorhersehbare Ereignisse


Unvorhersehbare Ereignisse wie Unfälle, Naturkatastrophen oder andere traumatische Situationen können die Wahrnehmung von Kontrolle und Sicherheit beeinträchtigen. Menschen könnten das Gefühl haben, dass Verluste oder schmerzhafte Trennungen jederzeit auftreten können, was zu erhöhter Verlustangst führen kann.


Verlust von Sicherheit


Traumatische Ereignisse können das Gefühl von Sicherheit erschüttern. Menschen könnten das Vertrauen in die Welt und in Beziehungen verlieren und somit eine verstärkte Angst vor weiteren Verlusten entwickeln.


Wiedererweckung von Ängsten ( Retraumatisierung )


Traumatische Ereignisse können bestehende Ängste und Unsicherheiten verstärken oder reaktivieren. Personen können aufgrund traumatischer Erinnerungen oder Assoziationen zu neuen Verlusten eine erhöhte Verlustangst erleben. Sogenannte Trigger erinnern so stark an das bereits Erlebte, dass es zu einer Retraumatisierung kommen kann.


Es ist wichtig zu betonen, dass nicht alle traumatischen Ereignisse zwangsläufig zu Verlustangst führen, aber sie können eine bestehende Anfälligkeit verstärken. Menschen, die traumatische Ereignisse erlebt haben, könnten von professioneller Unterstützung profitieren, um diese Erfahrungen zu verarbeiten und gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln, um mit Verlustangst umzugehen.



Persönlichkeitsmerkmale


Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale können das Auftreten und die Intensität von Verlustangst beeinflussen.


Hier sind einige dieser Merkmale:


Ängstlichkeit


Menschen mit einer von Natur aus ängstlichen Persönlichkeit könnten eher anfällig für Verlustangst sein. Ihre generelle Neigung zur Sorge und Besorgnis kann dazu führen, dass sie sich vermehrt über mögliche Verluste und Trennungen Gedanken machen.


Geringes Selbstwertgefühl


Personen mit einem niedrigen Selbstwertgefühl könnten tendenziell mehr Verlustangst empfinden. Das Gefühl, nicht gut genug oder nicht wertvoll/wichtig zu sein oder dass andere sie verlassen könnten, verstärkt die Ängste in Bezug auf Verluste.


Perfektionismus


Perfektionisten streben oft danach, alles unter Kontrolle zu haben. Diese Eigenschaft kann zu erhöhter Verlustangst führen, da sie das Bedürfnis haben, Dinge aufrechterhalten und dafür zu sorgen, dass alles glatt geht. Sie leiden sehr unter Kontrollverlust.


Abhängigkeit


Menschen, die eine starke emotionale oder finanzielle Abhängigkeit von anderen haben, sind anfälliger für Verlustangst. Die Vorstellung, ohne bestimmte Personen oder Bindungen nicht existieren zu können, führt zu intensiver Angst.


Trennungserfahrungen


Personen, die in der Vergangenheit schmerzhafte Trennungen erlebt haben, könnten eine erhöhte Verlustangst entwickeln. Diese Erfahrungen können zu einer Art von emotionaler Narbe führen, die die Furcht vor erneuten Verlusten verstärkt.


Unsicherheit in Beziehungen


Menschen, die Schwierigkeiten haben, Vertrauen in Beziehungen aufzubauen, sind anfälliger für Verlustangst. Misstrauen und Unsicherheit in Bindungen können dazu führen, dass sie ständig besorgt sind, dass ihre Bindungen gebrochen werden könnten.


Auch hier ist es wichtig zu betonen, dass diese Persönlichkeitsmerkmale nicht zwangsläufig zu Verlustangst führen, sondern lediglich das Risiko erhöhen können. Menschen, die solche Merkmale bei sich bemerken, können durch Selbstreflexion und gegebenenfalls professionelle Unterstützung an gesunden Bewältigungsstrategien arbeiten, um mit Verlustangst umzugehen.


Auswirkungen von Verlustangst

Die Verlustangst kann das emotionale und psychische Empfinden eines Menschen erheblich beeinflussen und Beziehungen sowie Verhaltensweisen beeinflussen. Die Auswirkungen von Verlustangst können vielfältig sein und reichen von emotionalen bis hin zu sozialen Konsequenzen. Es ist wichtig zu betonen, dass Verlustangst unterschiedliche Grade der Intensität aufweisen kann. Während einige Menschen nur gelegentlich leichte Sorgen über Verluste haben, können andere von tiefer liegenden Ängsten überwältigt werden, die ihr alltägliches Leben beeinträchtigen.


Emotionale Auswirkungen


Verlustangst kann eine tiefe emotionale Verletzlichkeit auslösen. Menschen, die unter Verlustangst leiden, fühlen oft anhaltende Ängste und Sorgen in Bezug auf den möglichen Verlust von geliebten Menschen oder wichtigen Bindungen. Dies kann zu erhöhtem Stress, Angstzuständen und sogar Depressionen führen. Die ständige Besorgnis über den Verlust kann das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und das allgemeine emotionale Gleichgewicht destabilisieren.


Auswirkungen auf Beziehungen


Verlustangst kann Beziehungen stark beeinflussen. Personen, die stark an Verlustangst leiden, können dazu neigen, in ihren Beziehungen übermäßig klammernd oder kontrollierend zu sein. Sie können Schwierigkeiten haben, Vertrauen aufzubauen, was zu einem ständigen Bedürfnis nach Bestätigung und Nähe führen kann. Dies führt oft zu Konflikten und Spannungen in Beziehungen, da der Druck, die Angst des Verlustes zu mildern, die Partner belasten kann.


Entscheidungs- und Verhaltens Auswirkungen


Verlustangst kann sich auf verschiedene Lebensbereiche auswirken. In Entscheidungssituationen könnten Menschen, die unter Verlustangst leiden, dazu neigen, Risiken zu vermeiden, um mögliche Verluste zu minimieren. Dies kann ihre persönliche und berufliche Entwicklung behindern. Darüber hinaus kann es sein, dass sie sich in gewissen Situationen zurückziehen, um die eventuelle emotionale Verletzung durch Verluste zu vermeiden.


Lebensqualität und Wohlbefinden


Das andauernde Gefühl von Verlustangst kann die allgemeine Lebensqualität beeinträchtigen. Menschen können Schwierigkeiten haben, Freude, Glück oder Entspannung zu empfinden, da die Sorge um mögliche Verluste immer im Hintergrund zu spüren ist. Dies kann zu einem Gefühl der des Gefangen sein und Unzufriedenheit führen.


Insgesamt kann Verlustangst erhebliche emotionale, zwischenmenschliche und praktische Auswirkungen haben. Es ist wichtig, sich dieser Emotion bewusst zu sein, um gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln und Unterstützung zu suchen, wenn die Auswirkungen schwer sind.


Symptome von Verlustangst

Die Symptome von Verlustangst können sich auf unterschiedliche Weisen manifestieren, sowohl emotional als auch körperlich.


Hier sind einige der häufigsten Symptome


Emotionale Symptome


  • Anhaltende Sorgen um den möglichen Verlust von geliebten Menschen, Bindungen oder Besitztümern. Menschen mit Verlustangst neigen dazu, sich ständig Sorgen um mögliche Trennungen oder Verluste zu machen. Diese Sorgen können den Gedankenfluss dominieren und zu anhaltender innerer Unruhe führen.

  • Intensive Angst oder Panikattacken beim Gedanken an Trennungen oder Verluste. Das Gefühl der Angst in Bezug auf mögliche Verluste kann stark sein und in einigen Fällen zu Angstattacken führen. Betroffene können sich von diesem Gefühl überwältigt fühlen und Schwierigkeiten haben, sich zu beruhigen

  • Bedürfnis nach Nähe, Menschen mit Verlustangst könnten ein starkes Bedürfnis nach Nähe und Bestätigung von anderen verspüren. Sie könnten das Gefühl haben, dass ihre Bindungen ständig bestätigt werden müssen, um ihre Ängste zu beruhigen.

  • Verlassenheitsängste, die Furcht davor, von anderen verlassen oder im Stich gelassen zu werden, können ein herausragendes emotionales Zeichen von Verlustangst sein. Diese Ängste können das Verhalten und die Reaktionen einer Person beeinflussen.

  • Starkes Unbehagen oder Traurigkeit in Situationen, die Trennung oder Verlust beinhalten könnten. Der Gedanke an mögliche Trennungen oder Verluste kann tiefe Traurigkeit auslösen. Menschen können sich emotional überwältigt fühlen und Schwierigkeiten haben, ihre Stimmung zu heben. Der Gedanke an mögliche Trennungen oder Verluste kann tiefe Traurigkeit auslösen.

  • Geringes Selbstwertgefühl, Verlustangst kann das Selbstwertgefühl beeinträchtigen, da Menschen das Gefühl haben könnten, nicht genug zu sein, um geliebt oder geschätzt zu werden. Sie könnten Zweifel an ihrer eigenen Wertigkeit haben

  • Emotionale Abhängigkeit, die Angst vor Verlusten, kann zu einer emotionalen Abhängigkeit von bestimmten Personen oder Beziehungen führen. Betroffene können sich schwer tun, alleine zu sein oder ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen.


Körperliche Symptome


Körperliche Reaktionen auf Verlustangst können sich sowohl auf physischer als auch auf neurologischer Ebene manifestieren.

  • Herzrasen, erhöhter Puls oder flache Atmung beim Gedanken an Trennungen oder Verluste. Kopfschmerzen oder Muskelverspannungen, die aufgrund von emotionaler Anspannung auftreten können. Spannungskopfschmerzen, Verspannungen im Nacken, Schultern oder Rücken, Muskelzucken oder Zittern.

  • Schlafstörungen, Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen. Albträume oder unruhiger Schlaf. Übermäßige Wachsamkeit oder Nervosität.

  • Magenbeschwerden, Übelkeit oder Verdauungsstörungen aufgrund von erhöhtem Stress. Appetitveränderungen, verminderter oder gesteigerter Appetit. Emotional bedingtes Essen oder Appetitlosigkeit.

  • Allgemeine Unruhe, Schwierigkeiten, sich zu entspannen. Ein ständiges Gefühl von Nervosität oder Unwohlsein. Diese körperlichen Reaktionen sind ein Ergebnis der Wechselwirkung zwischen dem emotionalen Zustand und dem körperlichen Nervensystem.


Verhaltenssymptome


Verhaltensmuster im Zusammenhang mit Verlustangst können dazu führen, dass Menschen bestimmte Handlungen ausführen, um ihre Ängste zu bewältigen oder zu mildern. Hier sind einige häufige Verhaltensmuster.

  • Klammern und Abhängigkeit, Menschen mit Verlustangst könnten dazu neigen, stark an bestimmten Beziehungen oder Personen zu klammern. Sie können übermäßig bedürftig sein und ständige Bestätigung und Nähe von anderen suchen, um ihre Ängste zu beruhigen.

  • Kontrollverhalten, um Verluste zu verhindern, könnten Menschen mit Verlustangst versuchen, Kontrolle über Situationen, Beziehungen oder Umgebungen auszuüben. Dieses Kontrollverhalten kann jedoch zu Konflikten führen und die Beziehungen belasten.

  • Vermeidung von Trennungen, Menschen mit Verlustangst könnten Situationen oder Aktivitäten vermeiden, die Trennungen oder Verluste hervorrufen könnten. Sie könnten sich davor scheuen, sich von geliebten Menschen zu trennen oder Risiken einzugehen, die zu Verlusten führen könnten.

  • Selbstschutzmechanismen, um sich vor möglichen Schmerzen zu schützen, könnten Menschen mit Verlustangst ihre Emotionen zurückhalten oder ihre Bedürfnisse verbergen. Sie könnten ihre wahren Gefühle maskieren, um sich vor potenziellen Verlusten zu bewahren.

  • Übermäßige Anpassung, um Verluste zu vermeiden, könnten Menschen ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche hinten anstellen und sich übermäßig an die Wünsche anderer anpassen. Sie könnten Schwierigkeiten haben, ihre eigenen Grenzen zu setzen.

  • Emotionaler Rückzug, infolge der Angst vor Verlusten könnten Menschen sich emotional zurückziehen, um sich vor möglichen Schmerzen zu schützen. Dies kann zu Isolation und Schwierigkeiten im Aufbau und zur Aufrechterhaltung von Beziehungen führen.

  • Übermäßige Investitionen in Beziehungen, Personen mit Verlustangst könnten übermäßig viel Zeit und Energie in ihre Beziehungen investieren, um sie zu festigen und zu schützen. Dies könnte zu einem Ungleichgewicht führen und das eigene Wohlbefinden beeinträchtigen.


Soziale Symptome


Es kann zu Schwierigkeiten beim Aufbau und der Aufrechterhaltung von gesunden Beziehungen kommen, aufgrund von übermäßigem Bedürfnis nach Nähe oder Ängsten vor Verlusten. Auch ein Rückzug aus sozialen Aktivitäten oder Isolation, um möglichen Verlusten zu entgehen, ist möglich.


Kognitive Symptome


Es kann zum Gedankenkarussell über mögliche Szenarien des Verlustes kommen. Auch negative Gedanken und Vorstellungen über die Zukunft in Bezug auf Verluste sind üblich. Dies führt zu Übermäßiger Kontrolle oder Perfektionismus in Beziehungen, um mögliche Verluste zu verhindern.


Die Intensität und Häufigkeit dieser Symptome können variieren. Wenn du denkst, dass du oder jemand, den du kennst, unter Verlustangst leidet und die Symptome das tägliche Leben beeinträchtigen, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Identifizierung dieser Verhaltensmuster kann der erste Schritt zur Bewältigung von Verlustangst sein. Durch Selbstreflexion, Selbstfürsorge und möglicherweise professionelle Unterstützung können Menschen lernen, gesündere Bewältigungsstrategien zu entwickeln und Veränderungen in ihrem Verhalten vorzunehmen.


Umgang mit Verlustangst

Der Umgang mit Verlustangst erfordert Selbstreflexion, Bewusstsein und die Entwicklung gesunder Bewältigungsstrategien. Hier sind einige Schritte, die dir dabei helfen können.


  • Selbstbewusstsein entwickeln, achte auf deine eigenen Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster in Bezug auf Verlustangst. Erkenne die Situationen oder Trigger, die diese Ängste auslösen. Schreibe diese Trigger auf, um an ihnen zu arbeiten.

  • Akzeptiere, dass Verlustangst ein natürlicher Teil des menschlichen Lebens ist. Jeder fühlt Ängste, aber du kannst lernen, wie du damit umgehst.

  • Emotionale Intelligenz stärken, arbeite daran, deine Emotionen zu verstehen und zu akzeptieren. Dies kann helfen, deine Reaktionen zu kontrollieren und rationaler mit Ängsten umzugehen.

  • Gesunde Gedankenmuster entwickeln, identifiziere negative Gedanken und ersetze sie durch realistischere und positivere Sichtweisen. Frage dich, ob deine Ängste begründet sind und ob es andere Perspektiven gibt. Glaube nicht deinen negativen Gedanken.

  • Entwickle Bewältigungsstrategien, finde gesunde Wege, um mit Verlustangst umzugehen. Das kann Achtsamkeitsübungen, Atemtechniken, Meditation, körperliche Aktivität oder das Schreiben von Tagebuch einschließen.

  • Selbstfürsorge, pflege dich selbst auf physischer, emotionaler und geistiger Ebene. Eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige körperliche Aktivität können dein allgemeines Wohlbefinden verbessern.

  • Realistische Erwartungen, erkenne dass Verlust ein natürlicher Teil des Lebens ist und nicht alles kontrolliert werden kann. Es ist wichtig, realistische Erwartungen an Beziehungen und Ereignisse zu haben.

  • Unterstützende Beziehungen, suche Unterstützung von Freunden, Familienmitgliedern oder anderen vertrauenswürdigen Personen. Teile deine Ängste und lasse dich von ihnen unterstützen.

  • Geduld und Fortschritte feiern, die Bewältigung von Verlustangst erfordert Zeit und Anstrengung. Feiere kleine Fortschritte und sei geduldig mit dir selbst, während du an deinem Umgang mit der Angst arbeitest.


Denke daran, dass jeder Mensch anders ist, daher könnten einige dieser Schritte besser zu dir passen als andere. Es ist wichtig, den Ansatz zu finden, der am besten zu deinem individuellen Bedürfnissen und deiner Situation passt.


Professionelle Unterstützung in Betracht ziehen, sei es in Form von Einzelgesprächen oder Gruppenarbeit, kann äußerst hilfreich sein, um tiefer in die Gründe deiner Verlustangst einzutauchen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Buche gerne ein Erstgespräch mit mir, um zu schauen, wie ich dich unterstützen kann.

Selbsthilfestrategien

Hier sind einige Selbsthilfestrategien, die dir helfen können, mit Verlustangst umzugehen.


  • Achtsamkeit und Meditation, praktiziere regelmäßige Achtsamkeitsübungen und Meditation, um deine Gedanken zu beruhigen und deine Ängste zu reduzieren.

  • Atemtechniken, lerne tiefe Atemtechniken, um in stressigen Momenten ruhig zu bleiben und deine Angst zu kontrollieren. Du kannst zum Beispiel doppelt so lange ausatmen wie einatmen, dies beruhigt das zentrale Nervensystem

  • Körperliche Aktivität, bewege dich regelmäßig, um Stress abzubauen und Endorphine freizusetzen, die deine Stimmung verbessern können.

  • Tagebuch führen, halte deine Gedanken und Gefühle in einem Tagebuch fest, um deine Ängste zu verarbeiten und einen klaren Überblick über deine Emotionen zu erhalten. Dies kann dir auch deine Triggerpunkte zeigen und evtl auch Bewältigungsstrategien, die du schon intuitiv anwendest. Es ist außerdem gut für die Arbeit mit einem Coach und für die Selbstreflektion. Auch deine Erfolge werden so automatisch festgehalten.

  • Positive Affirmationen, verwende positive Selbstbestätigungen, um dein Selbstvertrauen zu stärken und negative Gedankenmuster zu durchbrechen.

  • Soziale Unterstützung, sprich mit Freunden, Familie oder Unterstützungsgruppen über deine Ängste. Manchmal reicht das Teilen allein schon aus, um Erleichterung zu finden.

  • Zeitmanagement, strukturiere deinen Tag und erstelle To-Do-Listen, um ein Gefühl von Kontrolle über deine Zeit und Aktivitäten zu haben.

  • Visualisierung, visualisiere positive Szenarien und stelle dir vor, wie du mit Verlustsituationen umgehst, um dich mental darauf vorzubereiten.

  • Grenzen setzen, erlaube dir, klare Grenzen in deinen Beziehungen zu setzen und Prioritäten zu definieren, um ein gesundes Gleichgewicht zu finden.

  • Entspannungstechniken, lerne Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training, um körperliche Anspannung zu reduzieren.

  • Aktive Bewältigung, setze dich aktiv mit deinen Ängsten auseinander, anstatt sie zu vermeiden. Je mehr du dich ihnen stellst, desto besser wirst du darin, damit umzugehen.

  • Selbstfürsorge und Selbstwert, nimm dir Zeit für dich selbst, um Dinge zu tun, die dir Freude bereiten. Pflege deinen Körper und deine Seele.


Erwäge, einige dieser Strategien auszuprobieren und herauszufinden, welche für dich am effektivsten sind. Kombiniere verschiedene Ansätze und sei geduldig mit dir selbst während des Prozesses der Verarbeitung und Bewältigung von Verlustangst. Wenn deine Ängste stark sind oder sich verschlimmern, könnte es hilfreich sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Achtsamkeitsübungen

Achtsamkeitsübungen können dir dabei helfen, im Moment zu sein, deine Ängste zu reduzieren und deine Verlustangst zu bewältigen. Denn die Angst vor Verlust findet immer in der Zukunft statt, denn im Moment des Verlustes ist das Gefühl davor nicht Angst sondern tiefe Trauer über den Verlust. Im Hier und Jetzt ist eigentlich noch nichts passiert, hol dich deshalb zurück ins Hier und Jetzt.


Hier sind einige Achtsamkeitsübungen, die du ausprobieren kannst.


  • Atem Fokussierung, setze dich ruhig hin und konzentriere dich auf deine Atmung. Spüre, wie der Atem in deinen Körper ein- und ausströmt. Wenn deine Gedanken abschweifen, kehre sanft zur Atmung zurück. Es ist ok, wenn es am Anfang noch nicht sofort klappt, es ist reine Übungssache. Sei geduldig mit dir selbst.

  • Body-Scan, lege dich hin und konzentriere dich nacheinander auf jeden Teil deines Körpers, von den Füßen bis zum Kopf. Spüre, wie sich jeder Bereich anfühlt, und lass Anspannung los.

  • Sinneswahrnehmung, nimm bewusst wahr, was du siehst, hörst, fühlst, riechst und schmeckst. Vertiefe dich in jede Sinneserfahrung, ohne Urteile darüber zu fällen.

  • Gedankenwolken, stelle dir vor, deine Gedanken sind wie Wolken, die am Himmel vorbeiziehen. Beobachte sie ohne Urteile und lasse sie vorbeiziehen, ohne an ihnen festzuhalten.

  • Achtsames Essen, esse oder trinke bewusst, indem du dich auf den Geschmack, die Textur und den Geruch konzentrierst. Nimm dir Zeit, jeden Bissen oder Schluck wahrzunehmen.

  • Dankbarkeitsübung, notiere jeden Tag drei unterschiedliche Dinge, für die du dankbar bist. Dies hilft dabei, den Fokus auf positive Aspekte zu lenken und Ängste zu reduzieren. Es ist erwiesen, dass Dankbarkeit unser Wohlbefinden verbessert und uns in Fülle bringt. Wenn wir in Fülle sind, ziehen wir diese auch an.

  • Meditation im Liegen, lege dich hin und führe eine angeleitete Meditationsübung durch. Lass die Anspannung los und erlaube dir, in einen entspannten Zustand zu gleiten.

  • Gehmeditation, gehe langsam und bewusst, konzentriere dich auf das Gefühl deiner Schritte auf dem Boden. Spüre die Bewegung deines Körpers bei jedem Schritt.

  • Liebevolle Güte, Meditation, sende dir selbst und anderen liebevolle Gedanken und Wünsche. Beginne mit dir selbst und dehne sie dann auf andere aus.

  • Stille Meditation, setze dich in Stille und beobachte deine Gedanken, ohne an ihnen festzuhalten. Lass sie vorbeiziehen, während du dich auf deinen Atem konzentrierst. Hier gilt das gleiche wie beim Beobachten des Atems, übe dich in Geduld, vielleicht schaffst du am Anfang nur 30 Sekunden. Aber das ist völlig in Ordnung.


Experimentiere mit verschiedenen Achtsamkeitsübungen und finde heraus, welche am besten zu dir passen. Regelmäßige Praxis kann im Laufe der Zeit dazu beitragen, deine Verlustangst zu reduzieren und ein Gefühl der Ruhe und Klarheit zu fördern. Es trainiert außerdem das Areal des Gehirns, der für gute Entscheidungen wichtig ist.

Entspannungstechniken


Entspannungstechniken können dir dabei helfen, körperliche Anspannung abzubauen, Stress zu reduzieren und deine Verlustangst zu bewältigen. Hier sind einige Entspannungstechniken, die du ausprobieren kannst.

  • Progressive Muskelentspannung, spanne nacheinander verschiedene Muskelgruppen für einige Sekunden an und lasse dann die Spannung langsam los. Beginne z.B. mit den Füßen und arbeite dich bis zum Kopf vor.

  • Autogenes Training, wiederhole langsam und leise positive, beruhigende Sätze wie "Ich bin ruhig und gelassen". Konzentriere dich darauf, die physische und emotionale Entspannung zu spüren.

  • Visualisierung, stelle dir einen entspannenden Ort vor, sei es am Strand, in einem Wald oder an einem anderen Ort deiner Wahl. Lass deine Sinne die Details dieser Umgebung erfassen.

  • Yoga, praktiziere sanfte Yogaübungen und achte dabei auf deine Atmung und Körperempfindungen. Yoga kann physische Spannungen lösen und einen ruhigen Geist fördern.

  • Tai Chi oder Qigong, diese langsamen, fließenden Bewegungen kombinieren Körperbewegung, Atmung und Achtsamkeit, um Entspannung und innere Ruhe zu fördern.

  • Atemübungen, praktiziere bewusste Atemübungen, wie z.B. das Zählen von Atemzügen oder das längere Ausatmen, um dich zu beruhigen und Stress abzubauen.

  • Naturbegegnung, verbringe Zeit in der Natur, sei es im Park, im Wald oder am Wasser. Die natürliche Umgebung kann beruhigend wirken und Stress reduzieren.

  • Massagen oder Selbstmassage, massiere sanft deine Hände, Arme, Beine oder Schultern, um Muskelverspannungen zu lösen und körperliche Entspannung zu fördern.

  • Musik und Klangtherapie, höre beruhigende Musik oder Klänge, die dir Freude bereiten und deine Stimmung heben.

  • Kreative Aktivitäten, verbringe Zeit mit kreativen Tätigkeiten wie Malen, Zeichnen, Basteln oder Schreiben, um deine Gedanken abzulenken und Stress abzubauen.


Die Wahl der Entspannungstechnik hängt von deinen persönlichen Vorlieben ab. Probiere verschiedene Techniken aus und finde heraus, welche am besten zu dir passt. Regelmäßige Anwendung kann im Laufe der Zeit dazu beitragen, deine Verlustangst zu reduzieren und ein Gefühl der inneren Ruhe zu fördern.

Positive Selbstgespräche

Positive Selbstgespräche können eine wirksame Methode sein, um Verlustangst zu bewältigen und das eigene Selbstvertrauen zu stärken. Hier sind einige Tipps, wie du positive Selbstgespräche praktizieren kannst.


  • Erkenne negative Gedanken, achte darauf, wenn negative oder ängstliche Gedanken auftreten. Bewusstes Erkennen ist der erste Schritt zur Veränderung.

  • Widerspreche den negativen Gedanken, sobald du einen negativen Gedanken bemerkst, stelle ihm eine realistische, positive Gegenüberstellung entgegen. Stelle Fragen wie: "Ist das wirklich wahr?" oder "Gibt es Beweise dafür?"

  • Formuliere positive Aussagen, entwickle positive, unterstützende Sätze, die dir in schwierigen Momenten helfen können. Zum Beispiel: "Ich habe die Fähigkeiten, mit Unsicherheiten umzugehen."

  • Sei freundlich zu dir selbst, sprich mit dir selbst in einer liebevollen und freundlichen Art und Weise, so wie du es mit einem guten Freund tun würdest.

  • Verwende Gegenwart und Zukunft, formuliere deine positiven Aussagen in der Gegenwartsform, um eine stärkere Wirkung zu erzielen. Vermeide Wörter wie "werde" oder "sollte".

  • Wiederholung und Bestätigung, wiederhole positive Aussagen regelmäßig, um sie zu verinnerlichen und dein Denken zu verändern.

  • Bleibe realistisch, achte darauf, dass deine positiven Aussagen realistisch und glaubwürdig sind. Übertreibe nicht, sondern formuliere realistische Ziele.

  • Schreibe es auf, halte deine positiven Selbstgespräche schriftlich fest. Notiere sie in einem Tagebuch oder auf Post-its, die du an Orten anbringst, an denen du sie oft siehst.

  • Visualisiere Erfolg, stell dir vor, wie du in Situationen erfolgreich mit deiner Verlustangst umgehst. Visualisiere dich selbst ruhig und selbstsicher.

  • Feiere Fortschritte, wenn du Fortschritte machst oder deine Ängste erfolgreich bewältigst, belohne dich selbst und erinnere dich daran, wie weit du gekommen bist.


Die Praxis positiver Selbstgespräche erfordert Zeit und Geduld. Je häufiger du diese Technik anwendest, desto natürlicher wird sie dir erscheinen und desto effektiver wird sie darin, deine Verlustangst zu lindern und dein Selbstvertrauen zu stärken.

Hilfe von außen


Definitiv, professionelle Hilfe kann äußerst nützlich sein, um mit Verlustangst umzugehen.


  • Beratungsdienste bieten oft eine informelle Umgebung, in der du mit einem Berater sprechen kannst, um deine Ängste und Sorgen zu teilen. Dies kann dir helfen, Klarheit zu gewinnen, dich verstanden zu fühlen und unterstützende Ratschläge zu erhalten.

  • Psychotherapie, insbesondere kognitive Verhaltenstherapie (CBT) oder tiefenpsychologische Therapie, kann dazu beitragen, tiefer in die Ursachen der Verlustangst einzutauchen und gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Ein Therapeut kann dir dabei helfen, negative Denkmuster zu identifizieren, Ängste zu bewältigen und dich mit Werkzeugen auszustatten, um besser mit Verlustangst umzugehen.

  • Coaching bietet dir die Möglichkeit, Dinge an der Wurzel aufzulösen und geht praktischer vor als eine Therapie. Hier gibt es Techniken, die dir in kurzer Zeit Bewältigungsstrategien an die Hand geben, Prozesse und praktische Übungen, um im Alltag eine SOS Hilfe zur Hand zu haben. Auch ich habe lange Zeit an Verlustangst gelitten und habe sie mit Hilfe von Coaching lösen können.

Fazit


Insgesamt ist Verlustangst eine emotionale Herausforderung, die vielen Menschen bekannt ist. Sie kann tiefe Wurzeln in der persönlichen Geschichte haben und erfordert oft Zeit und Anstrengung, um sie zu verstehen und mit ihr umzugehen. Dennoch bietet die Auseinandersetzung mit dieser Emotion die Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen, stärkere Beziehungen aufzubauen und ein erfülltes Leben zu führen.


Du hast die Kraft und die Fähigkeit, deine Verlustangst zu überwinden. Es mag schwierig sein, aber du bist nicht allein auf diesem Weg. Jeder Schritt, den du unternimmst, um dich mit deinen Ängsten auseinanderzusetzen, ist ein Zeichen deiner Stärke. Sei geduldig mit dir selbst und erinnere dich daran, dass Veränderung Zeit braucht. Jedes Mal, wenn du dich deinen Ängsten stellst, wächst du und entwickelst dich weiter. Du hast die Möglichkeit, gesunde Bewältigungsstrategien zu erlernen, positive Selbstgespräche zu praktizieren und professionelle Unterstützung zu nutzen, wenn du sie brauchst. Glaube an dich selbst und den Prozess der Heilung. Du hast bereits den ersten Schritt gemacht, indem du nach Hilfe und Informationen gesucht hast. Halte an dieser Entschlossenheit fest und sei stolz auf deine Fortschritte, egal wie klein sie sein mögen. Du bist auf dem Weg zu einem Leben, das von Mut, Stärke und innerer Ruhe geprägt ist.


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